Einkehrwochenende der südwestdeutschen Ordensprovinz in Falkau/Feldberg

Pressesprecher
19. April 2024

Vom 8. bis 10. März 2024 haben sich um die 50 Mitglieder aus den Komtureien Baden-Baden, Freiburg, Heidelberg/Mannheim, Ravensburg, Stuttgart und Walldürn nebst Gästen zum Einkehrwochenende der Südwestdeutschen Ordensprovinz im Familien- und Tagungshaus der Erzdiözese Freiburg in Falkau/Feldberg zum Provinztag der Südwestdeutschen Ordensprovinz eingefunden.

(c) oessh.net / Frau Ulrika Stützle

Auftrag und Aufgabe

In der Kapelle St. Elisabeth begrüßte Präsident der Ordensprovinz, Cfr. Dr. Peter Müller, die Teilnehmenden herzlich. „Blühe, wo du gepflanzt bist“. Anhand des Wortes von Franz von Sales gestaltete Cfr. Franz Lang das Abendlob am Freitagabend mit einer Bildmeditation. „Gott hat für jeden von uns einen Auftrag und eine Aufgabe. Er setzt uns an einen Platz, an dem wir diesem Auftrag gerecht werden können“ – eine einfühlsame Ermutigung des Geistlichen Zeremoniars für die Ordensfamilie.

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Ein neues Herz und ein neuer Geist

Prior Cfr. P. Winfried Schwab OSB oblag es am folgenden Tag, das diesjährige Ordensmotto zu beleuchten. „Ich gebe euch ein neues Herz und einen neuen Geist gebe ich in euer Inneres“ (Ez 36,26). Ein Prophet sei kein Wahrsager, vielmehr von Gott beauftragt, die Botschaft Gottes in die Welt hinauszutragen. Es habe auch Prophetinnen gegeben. Prophet sei ein riskanter „Beruf“: Ezechiel wie Jesaja wurden hingerichtet.

Zusammen mit zahlreichen weiteren Israeliten wurde Ezechiel, ein Zeitgenosse des Propheten Jeremia, nach Babylon verschleppt und 593 zum Propheten berufen. Die Juden in der Diaspora wurden gestärkt, dem Götzentum der Monotheismus entgegengestellt. Der früheste Hinweis auf die Auferstehung findet sich bei ihm, ebenso die erste Erwähnung der Evangelistensymbole mit der Abfolge Mensch, Löwe, Stier, Adler. Mose sei mit dem Rücken zu Gott gestanden. Zu Ezechiel spreche Gott als Gegenüber.

Der Name Ezechiel bedeutet „Gott wird stärken“. Das neue Herz ist aus Fleisch, nicht aus Stein. Gott gebe den Menschen Gefühle und den Auftrag, die Mitmenschen im Auge zu behalten, sich ihnen zuzuwenden, die Liebe zu Gott und den Menschen zu leben. Der neue Geist mache die Gebote Gottes wieder bewusst. Diese seien nicht nur Rechtsvorschriften, sondern es gehe um das Zusammenleben der Menschen.

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Der freie Wille

Der freie Wille sei entscheidend. Der Mensch könne sich von Gott abwenden oder auf Gott zugehen. Gott könne die Menschen verändern und nehme für sich in Anspruch, dass er der Herr für alle ist. Freilich lebe der Mensch in einem Zwiespalt. In den Worten von Franz von Sales: „Was ich tun soll, weiß ich ganz genau. Was ich tun werde, weiß ich nicht.“

Nachmittags wurden das Gehörte in Kleingruppen vertieft und weitere Textstellen aus Jer 1,11, Exodus 3-4,17, Samuel 3, Dan 1 und Richter 4 gemeinsam erschlossen. Am Beispiel des Hl. Benedikt erläuterte der Prior, dass das neue Herz und der neue Geist die Christen in die Pflicht nehme und vor Hochmut bewahren könne.

Gedanken von Cfr. Franz Lang über die Barmherzigkeit Gottes beim Abendlob in der Kapelle standen am Ende des Tages.

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Beten um den Frieden

„Laetare Jerusalem“ klinge wie ein Hohn in der jetzigen politischen Situation. Es liege an uns, um den Frieden zu beten, damit ein neuer Geist Einzug halte. Den eindringlichen Worten unseres Priors, gesprochen in der Statio, folgte der Gottesdienst. Diesem gaben das „Ave verum“ und „Jesu meine Freude“, von Christine Timmermann-Gahn virtuos gesungen, einen feierliches Gepräge. Zum Abschluss des Einkehrwochenendes erläuterte Cfr. P. Winfried Schwab OSB Architektur und Symbolik der Kapelle St. Elisabeth. Cfr. Dr. Wolfgang Miller begleitete gekonnt an der Orgel. Cfr. Dr. Peter Müller sprach allen Teilnehmenden für das harmonische Zusammensein seinen herzlichen Dank aus.

Text: Cfr. Robert Stützle

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