Sichtbares Zeugnis der Grabesritter in der Diaspora Teilnahme der Hamburger Komturei an der 60. St.-Ansgar-Vesper

Prof. Dr. Tim Goydke
18. Februar 2026

Text: Cfr. Christian Westerkamp 
Eingangsbild: (c) ACK Deutschland/Haverland

Am Dienstag, dem 3. Februar 2026, wurde um 19.00 Uhr in der Hamburger Hauptkirche St. Petri die 60. St.-Ansgar-Vesper gefeiert. Für den Ritterorden vom Heiligen Grab zu Jerusalem war dieser Gottesdienst erneut ein zentrales Zeichen gelebter Ordenspräsenz in der norddeutschen Diaspora. Die Hamburger Komturei „St. Ansgar“ nahm – in guter Tradition gemeinsam mit der Bremer Komturei „St. Willehad“ – sichtbar, geschlossen und mitfeiernd an der Vesper teil und setzte damit ein bewusstes öffentliches Bekenntnis zu Kirche, Ökumene und geistlicher Verantwortung.

Das ökumenische Grußwort sprach Reverend Christopher Easthill, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland (ACK). Seine Worte unterstrichen den verbindenden Charakter dieses Abends, an dem Christinnen und Christen unterschiedlicher Konfessionen gemeinsam beteten und sangen.

(c) oessh.net / Christoph Hoppe

Ordensleben sichtbar leben – mitten in Hamburg

Die St.-Ansgar-Vesper ist seit Jahrzehnten ein fester Ort, an dem kirchliche Orden öffentlich Präsenz zeigen. Neben Johannitern, Maltesern, dem Lazarus-Orden und einigen weiteren Gemeinschaften gehört es zur gewachsenen Tradition, dass die Hamburger Komturei „St. Ansgar“ diesen Gottesdienst bewusst als Teil ihres Ordenszeugnisses mitträgt. Gerade im säkularen Umfeld Hamburgs und in der katholischen Minderheitensituation Norddeutschlands ist diese Sichtbarkeit kein Selbstzweck, sondern Ausdruck des Ordensauftrags: Glauben zu bekennen, Kirche zu stärken und ökumenische Brücken zu bauen.

Die liturgische Form der Vesper, die auf Benedikt von Nursia zurückgeht, bot dafür einen würdigen Rahmen. In Psalmen, Hymnen und gemeinsamem Gebet wurde erfahrbar, dass Ordensleben nicht im Verborgenen stattfindet, sondern in der Mitte der Kirche und der Stadt.

Ansgar 2026 – Auftrag und Ermutigung für den Orden

Die diesjährige Vesper stand im Kontext des Jubiläums „Ansgar 2026 – Vom Mut, Grenzen zu überwinden.“ Das Erzbistum Hamburg und die Evangelisch-Lutherische Kirche in Norddeutschland erinnerten an den 1200. Jahrestag der ersten Missionsreise des heiligen Ansgar. Auch die Dänische Landeskirche war in dieses Jubiläum eingebunden.

Für die Hamburger Komturei ist der Heilige Ansgar dabei mehr als eine historische Gestalt: Er steht exemplarisch für den Mut zur Präsenz in fremdem Umfeld, für Dialog und geistliche Standfestigkeit. Genau diese Haltung prägt auch das Wirken der Hamburger Komturei, deren Patronat ganz bewusst den Namen Ansgars trägt.

Teilnahme ist Werbung für Engagement und Mitwirkung

Gerade in der Diaspora gilt: Sichtbarkeit schafft Begegnung, Begegnung schafft Vertrauen, Vertrauen öffnet Räume für Glauben. Die Teilnahme an der St.-Ansgar-Vesper ist dafür ein starkes Beispiel – und zugleich eine Einladung, sich als Ritter und Damen des Ordens vom Heiligen Grab zu Jerusalem weiterhin engagiert, präsent und solidarisch einzubringen.

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