Fest Mariä Himmelfahrt im Kloster Bronnbach

Torsten Englert
26. August 2025

Seit 15 Jahren beteiligt sich die Komturei St. Bonifatius Walldürn an den Feierlichkeiten des Patroziniums in der ehemaligen Zisterzienserabtei Kloster Bronnbach. Alle zisterziensischen Gotteshäuser, so auch die Klosterkirche von Bronnbach, sind der Gottesmutter Maria geweiht. Maria als weinende Gottesmutter von La Salette ist außerdem die Ordenspatronin der Missionare der Heiligen Familie, denen die seelsorgerliche Betreuung der Klosterkirche und der umliegenden Pfarreien anvertraut ist.

Darüber hinaus ist Maria die Patronin des Ritterordens vom Heiligen Grab zu Jerusalem. Daher beteiligt sich die Komturei St. Bonifatius Walldürn am abendlichen Festgottesdienst mit anschließender marianischer Prozession um die Klosterkirche. Zu dieser Veranstaltung konnte Leitender Komtur Dr. Martin Seitz über 30 Damen und Ritter sowie Gäste aus den Komtureien St. Markus Rom, St. Kilian Würzburg, St. Bernhard von Clairvaux Heidelberg/Mannheim, Regina Coeli Speyer/Kaiserslautern und der Heimatkomturei St. Bonifatius Walldürn begrüßen.

Uraltes Brauchtum

In der Statio setzte sich der Prior der Komturei, Cfr. Pfarrer Franz Lang, mit dem Fest Mariä Aufnahme in den Himmel auseinander. »Lasst Blumen sprechen« lautete vor Jahrzehnten ein Werbeslogan der Gärtnereien und Blumenläden. Dies sei kein schlechter Vorschlag, denn manchmal könnten Blumen mehr ausdrücken als Worte; manches, was man mit Worten nicht sagen könne, könne vielleicht tatsächlich mit Blumen ausgedrückt werden, so der Prior.

Zum Fest Mariä Aufnahme in den Himmel bringen viele Menschen Blumen und Kräuter in den Gottesdienst. Das ist ein uraltes Brauchtum. Es kommt der Legende nach daher, dass die Apostel auf dem Berg Zion in Jerusalem zusammengekommen waren, um vom Leichnam Marias Abschied zu nehmen. Als sie den Sarkophag öffneten, fanden sie nicht die sterblichen Überreste Marias, sondern ein Meer aus bunten Kräutern und Blumen. Statt Verwesung und Tod fanden die Apostel in ihrem Sarg das blühende Leben und allerhand Kräuter, deren heilbringende Wirkung Krankheit und Tod vertreibt. Daher stehen die Kräuter und Blumen, die wir heute in die Kirche bringen, als Zeichen für das, was wir heute miteinander feiern.

(c) oessh.net / © Cfr. Torsten Englert

Ostern im Hochsommer

Es ist ein kleines Osterfest mitten im Hochsommer. Denn wir feiern heute nichts anderes als an Ostern: dass wir Menschen nicht im Tod einfach ins Nichts fallen. In unserem Sterben begegnet uns Christus, der auferstandene Herr, der uns zum Leben ruft. Nach Cfr. Pfarrer Lang wird an Maria exemplarisch deutlich, was unser aller Schicksal ist: dass der Geruch von Tod und Verwesung dem Duft des Lebens weichen muss. Christus, der Urheber und Vollender unseres Glaubens, ruft uns zum Leben in Ewigkeit. Das hat Maria als erste der Glaubenden selbst erfahren. Und das ist auch das Schicksal aller, die auf Christus getauft sind und seinen Namen tragen. Deswegen ist Mariä Himmelfahrt unser aller Fest. Wir feiern Maria; aber eigentlich feiern wir uns selbst, weil Christus sein Ostern mit uns teilt. Blumen und Kräuter sind das Zeichen für die Fülle des österlichen Lebens. Wer sich in diesen hochsommerlichen Tagen in der Natur aufhält, wird mit ihrer vollen Schönheit und Pracht konfrontiert. Die Schöpfung beschenkt uns so mit einer Vorahnung, wie wirkliches Leben aussehen kann.

Zelebranten der sehr feierlichen und musikalisch schön gestalteten Messe waren dieses Jahr Pfarrer Dr. Damian Samulski aus Großrinderfeld-Gerchsheim sowie Missionare von der Heiligen Familie. In seiner Predigt ging Pfarrer Dr. Samulski kurz auf die Geschichte des Klosters Bronnbach ein, ehe er sich mit der Marienverehrung von Bernhard von Clairvaux, Papst Benedikt XVI., Papst Franziskus und weiteren Theologen auseinandersetzte.

(c) oessh.net / © Cfr. Torsten Englert
(c) oessh.net / © Cfr. Torsten Englert

Den Höhepunkt des abendlichen Festgottesdienstes bildete die marianische Prozession um die Klosterkirche unter Begleitung der Damen und Ritter des Ritterordens vom Heiligen Grab. Vorweg und danach kam es in geselliger Runde zu einem intensiven Austausch unter den angereisten Teilnehmern.

(c) oessh.net / © Cfr. Torsten Englert

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