Gottesdienst zur Segnung des Komtureikreuzes

Die Komturei Albertus Magnus Freiburg hat sich am 18. April 2024 zu einem ganz besonders freudigen Anlass versammelt: In einem feierlichen Gottesdienst mit österlichem Gepräge im Freiburger Münster Unserer Lieben Frau segnete S.E. Cfr. Erzbischof Stephan Burger das neue Kreuz der Komturei. Dieses Kreuz, das der Komturei künftig als Altar- und Vortragekreuz dienen wird, wurde von Cfr. Norman Gebauer entworfen und gefertigt. Die Komturei Albertus Magnus ist dem Künstler sowie den zwei Stiftern aus den Kreisen der Komturei in tiefer Dankbarkeit verbunden.

Beim Komtureigottesdienst im Hochchor des Freiburger Münsters Unserer Lieben Frau predigte S.E Cfr. Erzbischof Stephan Burger zu den Schrifttexten vom Tag (Donnerstag der 3. Osterwoche – Apg 8,26-40, Joh 6,44-51):

Die Botschaft der Taufe des Äthiopiers für uns

„Liebe Schwestern und Brüder, es sind drei Aspekte, die ich heute aus unseren Schrifttexten mit Ihnen bedenken möchte: Zum einen ist es die wesentliche Frage, die der Apostel Philippus dem Äthiopier stellt: Verstehst Du, was Du liest? Die Grundsatzfrage dazu lautet: Wie lese ich? Laut? Erkenne ich den Sinnzusammenhang der Worte? Erfasse ich den Inhalt? Für uns als geübte Leserinnen und Leser ist das kein Problem. Wir wissen, dass dies aber mittlerweile nicht mehr für alle selbstverständlich ist. Und es nicht nur ein Problem von Grundschülern. Nicht umsonst fragt der Äthiopier zurück: Wie könnte ich es, wenn mich niemand anleitet?

Das heißt zum zweiten: Um richtig lesen und verstehen zu können, braucht es den Kontext, braucht es das Verständnis für den Verfasser und seine Intention. Es braucht das Wissen um Hintergründe, Zeitumstände, Ereignisse und die Fähigkeit, dies in unsere Gegenwart zu übertragen. Das laute Lesen, das Begreifen-wollen, die Mühe um eine korrekte Texterfassung und das geistliche Erschließen des Gelesenen bleibt nicht ohne Konsequenzen. Es bewegt nicht nur den Verstand, sondern auch das Herz. Es wird zu einem die ganze Person umfassenden Geschehen. All dies führte zur Taufe des Äthiopiers.“

(c) oessh.net / Marcel Bieniek

Verständiges Erfassen der Heiligen Schrift

„Und schließlich drittens: Was bedeutet dies für die Worte, die wir im Evangelium gehört haben? Was bedeutet dies, wenn Christus sagt: ‚Ich bin das Brot des Lebens. Wer von diesem Brot isst, wird in Ewigkeit leben. Das Brot, das ich geben werde, ist mein Fleisch, ich gebe es hin für das Leben der Welt.‘ Die Reaktion darauf wird nicht lange auf sich warten lassen. Denn am Ende dieser Brotrede steht der Vorwurf vieler Jünger an Jesus: Was er sagt, ist unerträglich. Wer kann das anhören? Und viele der Jünger ziehen die Konsequenzen und trennen sich von ihm.

Und wir? Im Gegensatz zu den Aposteln damals wissen wir mehr. Wir wissen um das gesamte Lebensschicksal Jesu. Wir wissen um seine unblutige Hingabe beim Abendmahl in den Gestalten von Brot und Wein. Wir wissen um den blutigen Vollzug seiner Hingabe am Kreuz. Wir wissen um seine Auferstehung, in der sich seine göttliche Liebe, sein göttliches Leben als unüberwindbar erweist. Wir wissen darum, dass wir bei jeder Feier der Heiligen Messe in diese Heilsgeheimnisse direkt miteinbezogen sind. Doch bei allem verständigen Erfassen: Ist es uns auch schon zu Herzen gegangen? Hat diese Botschaft voll und ganz von uns Besitz ergriffen? Haben wir uns davon ergreifen lassen? Und welche Konsequenzen ziehen wir daraus?“

(c) oessh.net / Marcel Bieniek

Nachfolge im Sinne Jesu

„Die derzeitige Entwicklung von Glaube und Kirche zeigt, dass das schon verstandesmäßige Erfassen nicht mehr gelingt, geschweige denn das emotionale. Wenn es für uns und für die Zukunft bei uns selbst weiter gelingen soll, so nur durch unser Mühen, bei Christus zu bleiben, an ihm dranzubleiben, auf ihn zu hören, sein Geheimnis zu feiern – so wie wir es jetzt wieder tun. Ihn selbst empfangen als das Brot des Lebens. Christus selbst will unser Grundnahrungsmittel sein. Machen wir uns die Antwort eines Petrus zu eigen am Ende der Brotrede: ‚Herr, zu wem sollen wir gehen? Du hast Worte des ewigen Lebens. Wir sind zum Glauben gekommen und haben erkannt: Du bist der Heilige Gottes:‘

In diesem Zusammenhang steht ja auch unser Bekenntnis zum Kreuz als Zeichen unserer Erlösung. So wollen wir nun auch das neue Vortragekreuz segnen und im Zeichen des Kreuzes Christus nachfolgen.“

Austausch zum Kirchenentwicklungsprozess in der Erzdiözese Freiburg

Nach dem Gottesdienst setzte die Komturei Albertus Magnus ihre Feierstunde in der Kooperatur der Freiburger Dompfarrei bei erlesenen Weinen und Speisen und guten Gesprächen in festlich-fröhlicher Stimmung fort.

(c) oessh.net / Cfr. Marcel Bieniek

Im Anschluss an die Stärkung von Leib und Seele tauschte sich die Komturei Albertus Magnus mit S.E. Cfr. Erzbischof Stephan Burger über den aktuellen Stand des Kirchenentwicklungsprozesses in der Erzdiözese Freiburg aus. Dabei betonte der Erzbischof, dass der vorrangige Sinn und Zweck dieses Prozesses darin bestehe, pastorale Arbeit in der Breite zu ermöglichen und hierfür Freiräume zu schaffen.

(c) oessh.net / Cfr. Marcel Bieniek

Leitender Komtur Cfr. Thomas Schätzle dankte abschließend S.E. Cfr. Erzbischof Stephan Burger im Namen der Komturei für dessen großen Dienst an den Gläubigen in der Erzdiözese Freiburg und wünschte ihm für alle anstehenden Aufgaben Gottes Segen.

Die Komturei Albertus Magnus richtet nun ihren Blick freudig auf die anstehende Frühjahrsinvestitur in Düsseldorf, bei der drei Kandidaten der Komturei in die Ordensgemeinschaft aufgenommen werden.

OESSH Deutsche Statthalterei

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