Auf Einladung der Leitenden Komturdame Csr. Beate Rambo nahmen 33 Damen und Ritter aus Aachen, Bonn, Dortmund, Düsseldorf und Münster an der Festmesse zum Karlsfest im Hohen Dom zu Aachen teil. Dieser lokale Feiertag wird traditionell am letzten Samstag im Januar begangen und erinnert an den Todestag Kaiser Karls des Großen am 28. Januar 814.

Ein Europa des Zusammenhalts und der christlichen Kultur

Das Pontifikalamt wurde in diesem Jahr vom Bischof von Lüttich, Prof. Dr. Jean-Pierre Delville, gemeinsam mit dem Aachener Ortsbischof Dr. Helmut Dieser sowie Mitgliedern des Aachener Domkapitels zelebriert. Bischof Dieser beschrieb das nachbarschaftliche Miteinander der Diözesen Aachen und Lüttich. Im Gegensatz zur Vergangenheit sei dieses heute von großer Harmonie und einem gelebten europäischen Miteinander geprägt.

Bischof Jean-Pierre Delville erinnerte in seiner Predigt an Karl den Großen als eine prägende Gestalt einer christlich geprägten Kultur Europas. Er würdigte insbesondere Karls Leistung als Reformer, der durch die Vereinheitlichung von Sprache, Bildung und Liturgie ein heterogenes Reich mit zahlreichen Volksstämmen zu stabilisieren wusste. Zugleich hob er hervor, dass Kaiser Karl bewusst Kontakte über die eigene Glaubensgemeinschaft hinaus pflegte, etwa zu Juden und Muslimen. Im Aachener Domschatz zeugt bis heute der Zahn des weißen Elefanten Abul Abbas – ein Geschenk des Kalifen Harun ar-Raschid aus dem Geschlecht der Abbasiden – von Karls weitreichenden diplomatischen Beziehungen.

Entwaffnende Friedensbotschaft

Bischof Delville nahm die Predigt Papst Leos XIV. zum Weltfriedenstag am 1. Januar 2026 zum Anlass, angesichts weltweiter Aufrüstung an den „unbewaffneten und entwaffnenden“ Frieden Christi zu erinnern. Dieser Friede gründe auf Dialog und der Entschärfung von Konflikten. Frieden, so Bischof Delville im Sinne Papst Leos XIV., sei ein Geschenk, das ohne Stolz und Rachegeist aufgebaut werden müsse.

Angesichts heutiger Machthaber, die auf Krisen mit Gewalt reagierten, forderte Bischof Delville dazu auf, den zunehmenden Spannungen mit Dialog und Nächstenliebe zu begegnen. Die Musik der Krönungsmesse in C-Dur von Wolfgang Amadeus Mozart sowie das Werk „Verleih uns Frieden gnädiglich“ von Felix Mendelssohn Bartholdy verliehen dieser „entwaffnenden“ Friedensbotschaft einen ebenso ausdrucksstarken wie festlichen Rahmen.

Für die Ordensfamilie klang der Tag mit einem gemeinsamen Mittagessen und anregenden Gesprächen aus.

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