Im Rahmen des Februar-Konveniats wurde in der Komturei St. Bonifatius Walldürn die Amtsübergabe im Amt des Priors von Cfr. Pfarrer Franz Lang zu Cfr. Pfarrer Sebastian Feuerstein durch den Präsidenten der Ordensprovinz Südwestdeutschland, Cfr. Dr. Joachim Desprez, vollzogen.

Heilige Messe am Blutaltar

Voraus ging eine Heilige Messe am Blutaltar in der Walldürner Wallfahrtsbasilika St. Georg, die von Cfr. Pfarrer Franz Lang und Cfr. Pfarrer Sebastian Feuerstein zelebriert wurde. Die Lesungen wurden von Csr. Almuth Döhling und die Fürbitten von Marlis Starrach vorgetragen.

(c) oessh.net / Cfr. Torsten Englert

Salz der Erde – Licht der Welt

In seiner Predigt stellte Cfr. Feuerstein das Wort Jesu vom Salz der Erde und dem Licht der Welt in den Mittelpunkt (Matthäus 5,13–16). Der Prediger beschrieb den Glauben als eine Wirklichkeit, die nicht durch Macht oder Erfolg wirke, sondern durch Treue und Verlässlichkeit. Entscheidend sei nicht das Außergewöhnliche, sondern das standhafte Tun im Alltag, in dem sich Sinn jenseits bloßer Erfolge zeige.

Mit dem Bild der „Stadt auf dem Berg“ deutete der Prediger die Kirche als unvollendetes, verletzliches Zeichen der Hoffnung, das nicht auf sich selbst, sondern auf Gott verweise. Glaubwürdig werde der Glaube dort, wo Menschen bleiben, ausharren und Hoffnung ausstrahlen – und so Sehnsucht nach einer Zukunft wecken, die größer ist als alle menschlichen Entwürfe.

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Da sprach Gott zu Mose: Ich bin der Ich-bin-da

Im Anschluss fand der Vortrag über das diesjährige Jahresmotto „Da sprach Gott zu Mose: Ich bin der Ich-bin-da (Ex 3,14)“ des neuen Priors Cfr. Pfarrer Sebastian Feuerstein statt, wozu der Ltd. Komtur Cfr. Dr. Martin Seitz knapp 25 Damen und Ritter mit Gästen aus den Komtureien St. Bernhard von Clairvaux Mannheim/Heidelberg und St. Bonifatius Walldürn begrüßen durfte, darunter den Präsidenten der Ordensprovinz Südwestdeutschland, Cfr. Dr. Joachim Desprez, sowie den Wallfahrtsdirektor Pater Josef Bregula, OFMConv.

Cfr. Feuerstein stellte seinen Vortrag unter das Motto „Der unverfügbare Gott – Kreuz, Gottesname und Treue“.

Im Mittelpunkt des Vortrags stand der Gottesname aus Ex 3,14 – „Ich werde da sein“. Diese Zusage verweigert jede Festlegung Gottes und widerspricht der Erwartung religiöser Verfügbarkeit. Gott entzieht sich menschlicher Kontrolle und bindet sich gerade darin treu an die Geschichte der Leidenden.

Vom brennenden Dornbusch bis zum Kreuz in Jerusalem zeigt sich ein Gott, der nicht durch Macht oder Sicherheiten überzeugt, sondern durch bleibende Nähe im Dunkel. Daraus ergibt sich ein klarer Auftrag für den Ritterorden vom Heiligen Grab zu Jerusalem: treu zu bleiben, auch in Spannungen, Konflikten und Unsicherheit.

Der Dienst des Ordens versteht sich als Dienst der Treue: begleiten statt verfügen, hoffen statt sichern. Ex 3,14 wird so zur geistlichen Haltung: Gott bleibt – und ruft dazu auf, ebenfalls zu bleiben.

In seinen Schlussgedanken übte er Kritik an der Logik der Verfügbarkeit und bezeichnete das Kreuz in Jerusalem als Gegenbild. Gottes Unverfügbarkeit gilt als Wahrheit des Glaubens, und die Freiheit Gottes ist die Voraussetzung seiner Treue.

Nach dem Dank für die gelungene theologische Betrachtung des diesjährigen Jahresmottos leitete der Ltd. Komtur Cfr. Dr. Martin Seitz zum Wechsel im Amt des Priors über.

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Zäsur in der Geschichte der Walldürner Komturei

Nach Cfr. Dr. Seitz markiert das Konveniat eine Zäsur in der nun über 40-jährigen Geschichte der Komturei St. Bonifatius in Walldürn. Nach acht Jahren im Amt des Priors findet der offizielle Wechsel von Cfr. Pfarrer Franz Lang auf Cfr. Pfarrer Sebastian Feuerstein statt.

In den vergangenen acht Jahren hat Cfr. Pfarrer Franz Lang diese anvertraute Aufgabe mit großer Hingabe, Einsatzbereitschaft und hohem Arbeitsaufwand in außerordentlicher, vorbildhafter Weise erfüllt. Dafür gebührt ihm tiefer und aufrichtiger Dank.

Engagement auch auf Provinzebene

Über das Komtureigeschehen hinaus hat sich Cfr. Pfarrer Franz Lang auch als Geistlicher Zeremoniar der Ordensprovinz Südwestdeutschland engagiert. In der mehrmaligen Vertretung des Provinzpriors sowie in der Gestaltung des Abendlobs bei Einkehr- und Provinztagen war er als Theologe gefragt und geschätzt.

Neuer Prior

Für den Ltd. Komtur Cfr. Dr. Seitz ist es keineswegs selbstverständlich, dass eine Komturei in der Lage ist, das Amt des Priors aus der eigenen Gemeinschaft heraus nahtlos zu besetzen.

Die Komturei St. Bonifatius ist in der glücklichen Lage, gleich drei außerordentlich gebildete Theologen zu haben. Neben Cfr. Pfarrer Franz Lang und Cfr. Prof. Notker Baumann auch Cfr. Pfarrer Sebastian Feuerstein, der am 5. Mai 2018 in Würzburg in die Ordensgemeinschaft aufgenommen wurde.

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