Die Komturei St. Heinrich und Kunigunde Bamberg des Ritterordens vom Heiligen Grab zu Jerusalem begeht in diesem Jahr ihr 65-jähriges Bestehen. Das Jubiläum erinnert an einen Weg, der seit 1961 von Eucharistie, Gebet, Gemeinschaft und der Verbundenheit mit den Christen im Heiligen Land geprägt ist.
Bamberg – Die Komturei St. Heinrich und Kunigunde Bamberg des Ritterordens vom Heiligen Grab zu Jerusalem blickt in diesem Jahr auf 65 Jahre ihres Bestehens zurück. Sie wurde am 29. April 1961 im Rahmen einer Investiturfeier der Deutschen Statthalterei promulgiert und gehört damit zu den frühen Gründungen des Ordenslebens in Bayern. Zu den prägenden Gestalten der Anfangszeit zählen Domkapitular Cfr. Georg Meixner, der 1950 in den Orden investiert wurde und 1957 erster Prior der bayerischen Ordensprovinz war, sowie Cfr. Emil Kemmer als erster Leitender Komtur. Auch mehrere Investituren fanden seither in Bamberg statt.
Das Jubiläum steht jedoch nicht nur für eine lange Geschichte, sondern vor allem für ein geistliches Selbstverständnis. In den Grußworten zum Jahrestag wird die Komturei als Gemeinschaft beschrieben, die aus der Feier der Eucharistie, aus Gebet, Einkehrtagen und geschwisterlicher Verbundenheit lebt. Leitende Komturdame Csr. Ursula Kleinecke würdigt, dass die Komturei über die Jahrzehnte „an geistlicher Tiefe, Gemeinschaft und Engagement“ gewachsen sei.
Zugleich ist die Komturei nach den Worten des Bamberger Erzbischofs Herwig Gössl fest im kirchlichen Leben der Erzdiözese verankert. Er dankt für das Wirken der Gemeinschaft in Bamberg und verbindet dies mit einem geistlichen Wunsch: „Möge der Herr … Ihnen stets den Mut schenken“, schreibt Gössl mit Blick auf die gegenwärtigen Belastungen im Heiligen Land.
Ein besonderes Gewicht erhält beim Jubiläum die Sorge um die Christen im Heiligen Land. Prior Kilian Kemmer erinnert daran, dass die Gründungsgeneration die Verbundenheit mit den heiligen Stätten und den dort lebenden Christen bewusst ins Zentrum gestellt habe. Diese Solidarität brauche, so Kemmer, „einen wirkungsvollen Ausdruck: Gebet und materielle Opfer“.
Wie konkret dieser Auftrag verstanden wird, zeigt der Bericht der Heilig-Land-Kommission der Deutschen Statthalterei. Danach werden mit den Beiträgen der Ordensmitglieder 14 Gemeinden in Palästina, vier in Israel und 32 in Jordanien unterstützt; hinzu kommen 45 Schulen, 35 Kindergärten und das Priesterseminar in Bet Jala. Das Jubiläum der Bamberger Komturei verweist damit auch auf eine beständige Form kirchlicher Solidarität, die sich nicht im Gedenken erschöpft, sondern dem Leben der Christen im Heiligen Land dienen will.
So erscheint das 65-jährige Bestehen der Komturei St. Heinrich und Kunigunde Bamberg vor allem als geistliche Wegmarke: als Anlass zur Dankbarkeit, zur Erinnerung an die Ursprünge und zur Vergewisserung eines Auftrags, der auch in Zukunft tragen soll – im Glauben, in der Kirche und in der bleibenden Verbundenheit mit dem Heiligen Land.
