Die Wallfahrt zur Muttergottes nach Kevelaer ist ein jährlich wiederkehrendes Ereignis, das das Ordensleben in besonderer Weise bereichert. Auf Einladung des Provinzpräsidenten Norbert Erlinghagen und seiner Mitstreiter im Provinzrat trafen sich 29 Damen und Ritter aus den Komtureien Aachen, Bonn, Dortmund, Duisburg, Düsseldorf, Münster und Meschede sowie deren Angehörige zur Wallfahrt.

Traditionell wird diese Wallfahrt am letzten Aprilwochenende veranstaltet. So kommt die Pilgergruppe der Grabesritter kurz vor der Saisoneröffnung und dem Marienmonat Mai als erste größere Pilgergruppe bei der Muttergottes in Kevelaer zusammen.

Raum geben – Leitwort der nordwestlichen Pilgerorte

Unter dem diesjährigen Pilgermotto „Raum geben“ starteten die Fußpilger in dem Örtchen Winnekendonk bei strahlendem Sonnenschein zu einem anderthalbstündigen Fußmarsch über Flur und Feld. „Raum geben und der Enge des Alltags mit seinen Sorgen und Pflichten entfliehen“ – das leistet die Wallfahrt in der Gemeinschaft der Ordensgeschwister.

„In all dem scheinbaren Untergang, der uns umgibt, will die Gottesmutter als Trösterin der Betrübten einen Mehrwert für unser Leben schaffen“, mit diesen Worten begrüßte die Wallfahrtsleitung vor Ort die Gruppe in Kevelaer. Im Sinne des niederrheinischen Autors Hanns Dieter Hüsch, der gesagt haben soll: „Was tröstet, das gibt es auch“, wurde die fröhliche Gemeinschaft zu einer realen und tröstenden Erfahrung für den kommenden Alltag.

Der Gute Hirte – Vorbild für mutige Männer und Frauen im Glauben

Die feierliche Messe zelebrierte der Kölner Weihbischof und Provinzprior Cfr. Rolf Steinhäuser. In seiner Predigt nahm Weihbischof Steinhäuser das Bild aus dem Sonntagsevangelium vom Guten Hirten auf. Er betonte, dass dieses Bild nicht romantisch verklärt wahrgenommen werden sollte. Der Gute Hirte steht vielmehr für die Sorge um die Herde und ihren Schutz ein – auch in Gefahr. Ein rechter Hirte lebt mit der Herde und tritt für sie ein. Sein Dasein ist ein Dasein für andere.

(c) oessh.net / Csr. Dr. Beate Johlen-Budnik

Das Bild des Guten Hirten steht laut Steinhäuser für die Sorge Gottes um sein Volk Israel. Gott umgibt sein Volk mit Liebe; dies ist etwas anderes, als es weltliches Machtstreben ausdrückt.

Die persönliche Zuwendung Gottes in unserem Messias gilt der Orientierungslosigkeit und Bedürftigkeit der Menschen. Hirtenamt bedeutet Selbsthingabe; darin liegt die wesentliche Unterscheidung zu einem Angestellten. So erkannte selbst der Aufklärer Immanuel Kant, dass ihm der Psalmvers vom Guten Hirten mehr Trost gespendet habe als alle andere Lektüre, die er je gelesen habe.

Die ersten Märtyrer malten in den Katakomben das Bild des Guten Hirten als Beispiel für Männer und Frauen, die im Vertrauen auf die Führung Gottes den Gläubigen vorangingen. So verehren wir auch die Muttergottes als Bona Pastorin, die den Gläubigen Raum gibt und aus der Enge in die Weite der grünen Wiesen führt. Sie bleibt, so Steinhäuser, in allen Nöten und aller Bedrängnis für uns ansprechbar.

Stärkung in Gemeinschaft

Zum Abendessen versammelten sich die Ordensgeschwister im Priesterhaus in Kevelaer. Die gute Vorbereitung durch Provinzsekretär Wolfgang Tings und den weltlichen Zeremoniar Raimund Evers wurde von der Pilgergruppe nach der körperlichen Anstrengung des Weges mit herzlichem Dank und in gelösten Gesprächen erwidert.

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